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Tipps für junge Leute: Drei Checklisten: So gelingt der Umzug stressfrei

NRWIst die neue Wohnung bei Studenten und Auszubildenden erstmal gefunden, muss der Umzug oft schnell gehen. Das kann stressig werden. Unser Experte weiß das zu verhindern und gibt hilfreiche Tipps. Außerdem: Kennen Sie die größten Umzugsirrtümer?

Drei Checklisten: So gelingt der Umzug stressfrei
Ein Umzug kann stressig sein, muss er aber nicht. Foto: Bodo Marks (dpa-tmn)

Wenn Studenten umziehen, ist eine langfristige Planung oft nicht möglich: Studienplatzzusagen kommen kurzfristig, Wohnungssuche dauert meist lange. „Umso wichtiger ist es, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können, wenn der Umzug ansteht“, sagt Horst Geuer, Umzugsunternehmer aus Senden im Münsterland. Er hat bereits tausende Umzüge begleitet und weiß, dass eine gute Organisation dabei das Wichtigste ist. „Wer sich ein Fiasko ersparen will, sollte etwas Zeit und Mühe investieren und eine Checkliste aufstellen, die er gewissenhaft abarbeitet“.

Diese Checkliste lässt sich in drei Abschnitte gliedern:

1. Die Vorbereitungen

2. Der Umzug

3. Das ist nach dem Umzug zu tun 

Hier geht es zum Quiz: Die größten Umzugsirrtümer

Die Vorbereitungen: Gute Planung ist der halbe Umzug

Nicht alles sollte auf den letzten Drücker erledigt werden. „Auch Studenten können im Vorfeld schon vieles erledigen. Diese Chance sollten sie unbedingt nutzen. Denn am Tag des Umzugs kommt ohnehin genug auf sie zu“, sagt Geuer. Sobald feststeht, dass ein Ortswechsel ansteht, können mindestens elf Punkte abgearbeitet werden. Die neue Wohnung muss zu dem Zeitpunkt noch nicht gefunden sein.

  • 1. Alten Mietvertrag kündigen: Laut dem Deutschen Mieterbund gilt bei unbefristeten Mietverträgen eine Kündigungsfrist von drei Monaten. In Absprache mit dem Vermieter sind kürzere Fristen möglich. Studenten, die nicht bei ihren Eltern ausziehen, sollten den bestehenden Mietvertrag frühzeitig kündigen, um nicht doppelt zu zahlen.
  • 2. Gegebenenfalls Nachmieter finden: Wer noch vor Ablauf der Kündigungsfrist seine Wohnung mietkostenfrei verlassen möchte, kann seinem Vermieter anbieten, selbst einen Nachmieter zu suchen. Allerdings: „Ein genereller Anspruch des Mieters, einen Nachmieter zu stellen, besteht nicht“, so der Interessenverbund Mieterschutz e.V.
  • 3. Weitere Verträge kündigen: Auch bei Energie- und Wasserversorgern, Telefon-, Internet- und Kabelanbietern sowie Versicherungen sind Kündigungsfristen einzuhalten. Diese liegen in der Regel zwischen drei Monaten und 14 Tagen und sollten rechtzeitig geprüft werden, da ihre Überschreitung teuer werden kann.
  • 4. Wohnung entrümpeln: Ein Umzug ist eine gute Gelegenheit, auszumisten. Wer früh genug entrümpelt, hat sogar noch Zeit, einiges auf dem Trödelmarkt zu verkaufen oder zu spenden. Und: Je weniger Kram mitzunehmen ist, desto einfacher der Umzug.
  • 5. Reparaturen erledigen: Bei einer Vorabnahme mit dem Vermieter stellt sich heraus, was in der alten Wohnung instand gebracht werden muss. Je eher dies erledigt wird, desto mehr Zeit bleibt am Ende für den eigentlichen Umzug.
  • 6. Umzugstag organisieren: Sind Wohnung und Umzugstermin gefunden, gilt es, organisatorische Dinge in Angriff zu nehmen. Die erste Frage, die sich stellt: Stemme ich den Umzug selbst oder engagiere ich ein Unternehmen? Umzugsunternehmer Geuer führt auch private Umzüge durch, aber der Profi weiß, dass Studenten meist aus finanziellen Gründen lieber Freunde und Verwandte einspannen. Er rät allerdings dazu, das Helferteam früh zusammenzustellen, um am Ende nicht doch allein dazustehen. Auch um Verpackungsmaterial, Transportfahrzeuge sowie das für den Auf- und Abbau der Möbel erforderliche Werkzeug sollte man sich rechtzeitig kümmern.
  • 7. Termine für Wohnungsübergaben vereinbaren: Die Schlüsselübergabe in der neuen Wohnung sollte vor dem Einzugstermin erfolgen, damit an dem Tag keine Zeit verloren geht. Die alte Wohnung kann dem Vermieter erst nach dem Auszug übergeben werden, da die Räume dabei in der Regel leer sein müssen. Mit Glück übergibt der Vermieter der neuen Wohnung aber die Schlüssel schon ein paar Tage vor Beginn des Mietverhältnisses, sodass die Möbel noch vor offiziellem Mietbeginn in die neue Wohnung gebracht werden können. Geht dies nicht, ist es stressfreier, wenn sich Mietende und Mietbeginn überlappen.
  • 8. Einrichtung planen: Damit am Ende auch alles in die neue Wohnung passt, lohnt es sich, Maße zu nehmen. Stellt sich heraus, dass neue Möbel angeschafft werden müssen, sollte das früh passieren. Besonders Küchen und Sofas haben zum Teil lange Lieferzeiten.
  • 9. Kisten packen: Spätestens am Tag vor dem Umzug sollten die Kartons gepackt und die Möbel transportfertig sein. Geuer weiß, dass Umzugsunerfahrene da oft zu wenig Zeit einplanen. Je nach Menge, kann das Packen auch bei Studenten mehrere Tage dauern. „Wichtig ist es, die Kisten nur so schwer zu beladen, dass sie auch ein untrainierter Helfer noch tragen kann“, empfiehlt der Umzugsspezialist. Hilfreich sei es außerdem, alle Packstücke mit Etiketten zu versehen auf denen steht, was drin ist und wo es hin soll.
  • 10. Adresswechsel ankündigen: Zwei bis drei Wochen bevor es losgeht, gilt es Versicherungen, Banken, Behörden und dergleichen über den anstehenden Wohnortwechsel zu informieren. Um zu verhindern, dass Briefe weiterhin im alten Briefkasten landen, kann bei der Post ein Nachsendeantrag gestellt werden.
  • 11. Wohnungsübernahme: Für die Übernahme der neuen Wohnung sollte man sich Zeit nehmen, die Räume gut in Augenschein nehmen und sämtliche Mängel detailliert protokollieren.
  • 12. Parkgenehmigung beantragen Wenn keine ausreichenden Parkflächen vor der neuen Wohnung für den Umzug vorhanden sind, können im Vorfeld bei der jeweiligen Kommune Sondergenehmigungen zum Parken in Parkverbotszonen beantragt werden. Diese gelten auch für Fußgängerzonen oder andere Verkehrswege, die normalerweise für den Verkehr unzugänglich sind. Etwa zwei Wochen dauert die Genehmigung.

Sind all diese Schritte erledigt, heißt es warten auf Tag X.

 
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Der Umzug: Der reibungslose Ablauf am Tag X

Bei guter Vorbereitung ist die Liste dessen, was an Tag X noch zu tun ist, gar nicht mehr so lang. Stressig kann es trotzdem werden, denn meist muss am Abend die alte Wohnung leer und die neue Wohnung zumindest so hergerichtet sein, dass man darin schlafen kann. Deswegen rät Geuer: Zeitpuffer einplanen und logistisch denken. Gerade das Beladen des Transportfahrzeugs und die Fahrt dauern häufig länger, als zunächst vermutet.

  • 1. Verpflegung bereithalten: Umzüge machen müde, hungrig und durstig. Damit die Kräfte nicht nachlassen, sollten Essen und Getränke für alle Helfer an Bord sein.
  • 2. Zählerstände notieren: Vor dem Verlassen der alten Wohnung sollte man alle die Zählerstände notieren. Das erleichtert später die Abmeldung bei den Energie- und Wasserversorgern.
  • 3. Transportfahrzeug richtig parken: Nicht vor jedem Haus ist Platz für Umzugswagen. Trotzdem sollen die Laufwege zwischen Wohnung und Wagen möglichst kurz sein. 
  • 4. Fahrzeuge beladen- und entladen: Logistisches Denken ist hier hilfreich. Dabei gilt: was ich am Entladeort zuletzt brauche, kommt am Beladeort zuerst rein. „Beim Beladen der Fahrzeuge sollte man darauf achten, das Gewicht von unten nach oben zu verteilen. So lässt sich verhindern, dass schwere Gegenstände während der Fahrt ins Rutschen kommen und andere beschädigen“, sagt der Umzugsexperte. Müssen Möbel erst noch gekauft werden, macht es Sinn, dies als erstes zu tun. Regnet es, empfiehlt sich Folie zum Abdecken der Kartons und Möbel, damit diese durch die Nässe nicht zu Schaden kommen.
  • 5. Alte Wohnung kontrollieren: Sind alle Räume leer, sollte ihr Zustand noch einmal kontrolliert werden, damit die Wohnung dem Vermieter übergeben werden kann.
  • 6. Große Möbel aufbauen: Möbel und Kisten werden in der neuen Wohnung am besten direkt in die richtigen Räume gebracht. Ist alles an Ort und Stelle, sollten zumindest die großen Möbel mit den Helfern zusammen aufgebaut werden. Bei der Gelegenheit kann man dann auch kontrollieren, dass nichts während des Umzugs beschädigt wurde.

Ist all das erledigt, hat man schon eine ganze Menge geschafft und kann recht entspannt ins Semester starten.

Das ist nach dem Umzug zu tun

Ein paar Dinge sind in den Tagen nach dem Umzug auch über das Einrichten der Wohnung hinaus noch zu tun. Trotz spannender Eindrücke in der neuen Stadt, an der neuen Uni, im neuen Bekanntenkreis dürfen auch Studenten bestimmte Formalitäten nicht vergessen. Am besten, sie werden direkt abgehakt, dann kann das Studentenleben danach so richtig starten:

  • 1. Alte Wohnung übergeben: Mit Ablauf des Mietvertrags muss die alte Wohnung dem Vermieter übergeben werden. Bis dahin sollten alle Mängel beseitigt werden, damit die Kaution in voller Höhe zurückgezahlt wird. Dabei kommt es darauf an, was auf dem Übergabeprotokoll vermerkt ist.
  • 2. Wohnsitz anmelden: Auch Studenten müssen sich in der Stadt anmelden, in der sie leben. Das gilt auch, wenn sie in eine WG ziehen. Nach dem Meldegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen haben sie für die Anmeldung im Einwohnermeldeamt der jeweiligen Kommune nach dem Umzug zwei Wochen Zeit. Unterschieden wird zwischen Erst- und Zweitwohnsitz, wobei Studenten ihre neue Wohnung oder WG als Erstwohnsitz eintragen lassen sollten. Erstens werden sie dort wahrscheinlich ihren Lebensmittelpunkt haben. Zweitens sparen sie damit die Zweitwohnsitzsteuer, die Städte wie Dortmund, Essen oder Münster erheben.
  • 3. Auto anmelden: Wer ein eigenes Auto besitzt, meldet dies am besten direkt mit um, da sonst ein Bußgeld droht. Die Ummeldung kostet rund 30 Euro plus gegebenenfalls 10 Euro für das Wunschkennzeichen, wobei das alte Kennzeichen behalten werden kann.
  • 4. Versicherung abschließen: Wenn noch nicht geschehen, sollte in den ersten Tagen nach dem Umzug auch eine Hausratversicherung abgeschlossen werden, die Schäden und Diebstahl aller beweglichen Gegenstände in der Wohnung absichert. In WGs gelten häufig gemeinsame Policen für alle Bewohner. Dort sollte sich der neue Mieter eintragen lassen.
  • 5. Verträge abschließen: Um mit Energie, Wasser, Telefon, Internet, Fernsehen und Co. versorgt werden zu können, müssen bei den jeweiligen Dienstleistungsunternehmen Verträge abgeschlossen werden. Ist dies nicht schon im Vorfeld des Umzugs passiert, sollte nicht allzu viel Zeit vergehen. Mit Strom ist zwar grundsätzlich jede Wohnung über den lokalen Anbieter versorgt, nach zirka einem Monat ohne Vertragsverhältnis wird der Strom allerdings abgeschaltet. Die Anbindung an das Telefonnetz beispielsweise nimmt häufig auch bis zu vier Wochen in Anspruch. Vor dem Abschluss solcher Verträge lohnt sich übrigens ein Preisvergleich, bei dem auch auf versteckte Preiserhöhungen und das lästige, aber wichtige Kleingedruckte zu achten ist.

Quiz: Das sind die größten Umzugsirrtümer

Stimmt es eigentlich, dass man seinen Umzugswagen zum Be- und Entladen überall parken darf? Und müssen sich Studenten, die in einer WG wohnen auch beim Einwohnermeldeamt anmelden? Findet in unserem Quiz heraus, wie gut ihr euch mit Umzügen auskennt und entlarvt die Irrtümer.

      

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