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Fußball: André Kochs Rückkehr auf den Rasen

HALTERNElf Monate hat TuS Halterns Fußballer André Koch auf sein Comeback auf dem Fußballplatz hingearbeitet. Und das nach einer Verletzung, die ihn beinahe zum Sportinvaliden gemacht hätte.

André Kochs Rückkehr auf den Rasen
Andre Koch (l.) hat lange für sein Comeback geschuftet. Foto: Manfred Rimkus

Alles begann am 13. November, im Fußball-Westfalenligaspiel des TuS Haltern gegen den SV Rödinghausen II. Es war die 75. Minute: Nach einem Zweikampf muss André Koch, der damalige Kapitän der Halterner, verletzt ausgewechselt werden. Nicht nur das Spiel und die Saison sollten damit für den damals 30-Jährigen vorbei sein, seine gesamte Karriere stand auf dem Spiel: Denn Koch zog sich einen Knorpelschaden zu und, wie sich erst später bei einer Operation herausstellte, auch einen Kreuzbandriss.

Viele legten ihm schon das Karriereende nahe und sagten „ich solle froh sein, wenn ich überhaupt wieder normal laufen kann“, sagt Koch. Sein behandelnder Arzt, Dr. med. Noel Stais, bezeichnete die Verletzung als „für Knieverhältnisse eine Art Herzinfarkt“. Doch umso erstaunlicher: Im Bezirksliga-Derby der Halterner Zweitvertretung am vergangenen Sonntag gegen den SV Lippramsdorf (0:3) feierte er für 37 Minuten sein Comeback auf dem Fußballplatz. Seine elfmonatige Leidenszeit nahm damit ein positives Ende. „Und das war einfach sensationell“, sagt Koch.

Kreuzband gerissen

Wenige Tage nach der Verletzung liegt Koch bereits auf dem Operationstisch. Der Eingriff soll seinen Knorpelschaden beheben. „Ihm ist damals ein Stück herausgebrochen“, sagt Halterns Sportlicher Leiter Sascha Kopschina. Dazu setzten die Ärzte einen Schwamm in seine Kniescheibe ein, der als Knorpelersatz dienen soll. Bei diesem Eingriff stellte sich heraus: Der Kapitän des TuS hat sich auch das Kreuzband gerissen.

Nach vielen Stunden Krankengymnastik und mehreren Wochen auf Krücken dann im Februar der zweite Eingriff. „Da hat man mir das Kreuzband geflickt“, sagt der Spieler. „18 Monate sollte er danach auch mindestens raus sein“, erklärt Kopschina. Laut Noel Stais sei eine Rückkehr auf den Platz unklar gewesen. Doch nicht für Koch, der sich damit nicht abfinden wollte. Von einigen sei er bereits als Krüppel tituliert worden, der eh nie wieder spielen könne. „Ich wollte es mir persönlich und allen anderen noch einmal beweisen“, sagt der Spieler.

Wieder musste er die Krücken aus dem Schrank holen, wieder ging es zur Krankengymnastik. Beinahe täglich arbeitete der 30-Jährige weiter an seinem Comeback, auch wenn er nur langsam und teils schmerzhaft Fortschritte machte.

Im April dann ein erster MRT-Termin: „Da sagte man mir, es sei kein Knorpelschaden mehr festzustellen“, erinnert sich Koch. Nicht nur für ihn, auch für die Mediziner sei diese Feststellung eine Überraschung gewesen. „Er bringt sehr gutes Heilfleisch mit“, sagt Stais. Und ab dem Zeitpunkt legte Koch wieder richtig los: Jeden Tag ging es für ihn ins Medicos nach Gelsenkirchen nahe der Arena auf Schalke. Tag für Tag: Eine Stunde Training, eine halbe Stunde Krankengymnastik, eine Stunde Massage und eine halbe Stunde Stromtherapie. „Wer André Koch kennt, der weiß, der ackert wie ein Berserker“, sagt Sascha Kopschina.

Im Mai dann folgt sein erster Ausdauerlauf, bei dem „es noch nicht so rund lief“, wie er sagt. Im Trainingslager des TuS Haltern läuft er das erste Mal elf Kilometer am Stück. „Schrittweise ging es vorwärts“, erinnert sich Koch.
Seit knapp drei Wochen ist er wieder zurück im Training der Oberligamannschaft von Trainer Magnus Niemöller, seit zwei Wochen „ist er wie ein Tiger im Käfig“, erklärt Kopschina. Und brenne darauf, endlich wieder auf das Fußballfeld zurückzukehren zu können.

Die Sportliche Führung der Halterner wollte es erst ruhig angehen lassen, um nicht eine erneute Verletzung zu riskieren. „Doch er ließ nicht nach“, erklärt Kopschina. Und so hielt der Sportliche Leiter Rücksprache mit Stais, der erklärte: „Dass die Behandlung des Knies abgeschlossen sein sollte“, sagt der Mediziner. Auch wenn Folge oder Sekundärverletzungen nie ausgeschlossen werden könnten, „muss die Ente auch mal schwimmen“, sagt Stais.

Und die Ente schwamm: 37 Minuten im Bezirksliga-Derby gegen Lippramsdorf. Beim Rückstand von 0:3 wurde der mittlerweile 31-jährige Koch wieder auf das Spielfeld geschickt. „Trotz der Niederlage bin ich stolz“, sagt Koch, „ich brauchte das einfach.“ So habe er nach Abpfiff noch eine Stunde in der Kabine gesessen und etwas geträumt. „Es war ein langer Weg“, sagt Koch. Ein Weg, auf dem er viele überrascht hat. „Das, was er geschafft hat, hat er alles selbst geschafft“, sagt Stais, „Hochachtung, vor dieser Leistung.“

Doch ganz am Ende ist der ehemalige Kapitän der Westfalenligamannschaft der Halterner noch nicht. Sein nächstes Ziel: „Ein paar Minuten in der Oberliga. Denn hier in Haltern entwickelt sich etwas, da möchte ich ein Teil von sein.“ In der Oberliga war er bereits früher für den VfB Hüls aktiv.

„Wie er sich rangekämpft hat, ist beispiellos“, sagt Magnus Niemöller. Doch bis zur Erfüllung seines Ziels, „ist es noch ein Weg, bei dem er den Ausgang aber schon sehen kann“, erklärt der Trainer. Für Koch ginge es jetzt darum, in den zehn Wochen bis Weihnachten wichtige Spielpraxis zu sammeln. Wenn er dann eine gute Wintervorbereitung hinlegt, „dann ist der Plan, ihn Mitte Februar im Wettkampf zu habe

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