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Trotz 3:2-Sieg gegen Ajax: Schalke scheidet nach großem Kampf aus

GELSENKIRCHENDas kleine Fußball-Wunder war fast schon geschafft, doch nach einem echten Pokal-Krimi ist der Traum von neuen Eurofightern auf Schalke endgültig beendet: Trotz eines 3:2 (2:0, 0:0)-Siegs nach Verlängerung im hochspannenden Viertelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Ajax Amsterdam verabschiedeten sich die Königsblauen als letzter deutscher Verein aus dem Europacup.

Schalke scheidet nach großem Kampf aus
Der Schockmoment: Nick Viergever von Amsterdam erzielt das 3:1. Foto: dpa

Die Schalker erlebten in ihrem 100. Spiel im kleinen Europacup wie so oft in dieser verrückten Saison ein emotionales Auf und Ab. Leon Goretzka (53. Minute) und Guido Burgstaller (56.) hatten das 2:0 aus dem Hinspiel nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit vor 53 701 Zuschauern egalisiert. Daniel Caligiuri weckte mit dem 3:0 (101.) in der Arena endgültig Erinnerungen an den UEFA-Cup-Sieg der legendären Eurofighter 1997. Doch Nick Viergever (111.) und der frühere deutsche U21-Nationalspieler Amin Younes (120.) schossen Ajax, das nach Gelb-Rot für Joël Veltman (80.) in Unterzahl spielte, ins Halbfinale.

"Wunderbarer Europapokal-Abend"

„Dass wir ausgeschieden sind, ist bitter und äußerst unglücklich. Wenn du 3:0 führst, musst du es über die Zeit bringen“, sagte Schalke-Trainer Markus Weinzierl. „Wir haben eine wunderbaren Europapokal-Abend hier erlebt. Wir haben riesig gespielt“, sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes. Das Ausscheiden sei aber unglaublich enttäuschend. Keeper Ralf Fährmann pflichtete ihm bei: "Auch wenn man am Boden zerstört ist: Ich muss der Mannschaft ein Kompliment aussprechen." Ajax um den erneut nicht eingesetzten Ex-Schalker Heiko Westermann steht dagegen erstmals seit 20 Jahren in der Vorschlussrunde eines Europacups. „Das ist unglaublich, das ist schwer zu beschreiben“, sagte Younes. 

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Europa League, Viertelfinale: FC Schalke 04 - Ajax Amsterdam 3:2 n.V. (2:0, 0:0)

Die Schalker wurden vor der Partie mit einem Motivations-Film mit Jubelszenen und Toren auf der Stadion-Leinwand eingestimmt. Und die Mannschaft begann mutig, angefeuert von den Fans versuchte sie, Ajax zu überrumpeln. Goretzkas Schuss strich nach 40 Sekunden knapp am Tor vorbei, nach 111 Sekunden traf Max Meyer nur den Pfosten. 

Schwungvoller Start

Nach dem schwungvollen Start der Königsblauen konnten sich die Gäste besser sortieren, Schalke rannte nun etwas ungestüm an. Dem Revierclub fehlten die Genauigkeit und die Ideen im Spiel nach vorne. Ajax ließ sich von den Gastgebern keineswegs nur in die Defensive drängen, sondern suchte selbst den Weg nach vorne. Die Schalker Abwehr um die nach Verletzungen zurückgekehrten Benedikt Höwedes und Sead Kolasinac hatte in der Anfangsphase aber kaum eine brenzlige Situation zu überstehen. Bei einem Fallrückzieher von Viergever nach einer Ecke war S04-Keeper Ralf Fährmann zur Stelle (24.). 

Wenn der Zweite der Ehrendivisie gefährlich wurde, dann meist über links. Rechtsverteidiger Sascha Riether, der den gesperrten Thilo Kehrer ersetzte, hatte bei seinem ersten Einsatz seit Dezember 2016 immer wieder Probleme mit dem schnellen Younes. Schalke überließ Ajax mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr die Initiative. 

Doppelschlag der Hoffnung

Mit der ersten gelungenen Offensivaktion in der zweiten Halbzeit gingen die Schalker dann aber in Führung. Goretzka traf nach schönem Zusammenspiel mit Burgstaller zum 1:0. Nur drei Minuten später war es dann Burgstaller, der nach Flanke von Kolasinac auf 2:0 erhöhte. Das ersehnte Fußball-Wunder war für den Revierclub nun greifbar nah. 

 
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Mit der Führung im Rücken drängten die Königsblauen auf den dritten Treffer, aber auch Ajax spielte weiter mutig nach vorne. Joker Klaas-Jan Huntelaar sollte gegen seinen Ex-Club für noch mehr Schwung sorgen, doch keiner der beiden Mannschaften gelang in der regulären Spielzeit die Entscheidung. In der Verlängerung nutzten die Schalker dann zunächst ihre Überzahl und träumten nach dem 3:0 durch Caligiuri vom Halbfinale, ehe Viergever und Younes Ajax eine Runde weiter schossen.

Von dpa

Goretzka: "Kiefer ausgerenkt"
Leon Goretzka war in der 83. Minute verletzt ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht worden. Nach einem Zusammenprall mit Amsterdams Keeper in der ersten Halbzeit hielt der Nationalspieler noch lange durch, traf sogar zu Führung. Als der 22-Jährige gegen 0:30 Uhr wieder in der Arena eintraf, erklärte er: "Mein Kiefer ist zweimal ausgerenkt und ich habe eine Gehirnerschütterung. Es ist aber nichts gebrochen!" Sein Einsatz am Sonntag gegen RB Leipzig (17.30 Uhr/Sky) ist dennoch unwahrscheinlich.

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