Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Sportpolitik: Olympiaskandal: Nuzman tritt als NOK-Chef zurück

Rio de Janeiro2016 sahen Milliarden seine emotionale Ansprache bei der Eröffnung der Olympischen Spiele im Maracanã-Stadion - doch Carlos Nuzman soll bei der Vergabe an Rio nachgeholfen haben. Brasiliens bekanntester Sportfunktionär sitzt im Gefängnis - und zieht nun Konsequenzen. Der Korruptionsskandal ist aber längst nicht der einzige negative Höhepunkt, den die Olympischen Spiele 2016 produziert haben.

Olympiaskandal: Nuzman tritt als NOK-Chef zurück
Carlos Nuzman ist zurückgetreten. Foto: dpa

Nach Vorwürfen, Stimmen für die Vergabe der Olympischen Spiele an Rio de Janeiro gekauft zu haben, ist Carlos Nuzman als Vorsitzender des brasilianischen Olympischen Komitees (NOK) zurückgetreten. Das teilte sein Anwalt Sergio Mazzillo dem NOK Brasiliens mit, berichtete die Nachrichtenagentur Agência Brasil.

In Untersuchungshaft

Nuzman, der bekannteste Sportfunktionär des Landes, war seit 22 Jahren NOK-Chef. Er war in der vergangenen Woche festgenommen worden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Der 75-Jährige war als NOK-Chef auch Organisationschef der ersten Olympischen Spiele in Südamerika.

Der schwere Korruptionsverdacht ist ein weiterer negativer Höhepunkt in der wenig erquicklichen Olympia-Geschichte Rios. Die Stadt und der Bundesstaat Rio de Janeiro sind in einer tiefen Krise, überall muss gespart werden, gerade auch im Bildungs- und Sicherheitsbereich. 

Ausufernde Gewalt

Rund 8500 Soldaten wurden entsandt, um die ausufernde Gewalt in den Griff zu bekommen. Dieses Jahr gab es schon über 3000 Morde, im September wurden in Rio im Schnitt rund 19 Schießereien täglich gezählt. Für die meisten Olympia-Bauten gibt es keine richtige Nachnutzung - lediglich eine neue Metrolinie wird als positives Erbe angesehen

Rio hatte sich am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen gegen Madrid, Tokio und Chicago durchgesetzt. Berichten zufolge soll die Stimme des langjährigen Chefs des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und IOC-Mitglieds Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein. Drei Tage vor der Abstimmung sollen dem Sohn Diacks zwei Millionen Dollar von dem brasilianischen Unternehmer Arthur Cesar Soares de Menezes Filho überwiesen worden sein, in Rio als "König Arthur" bekannt.

Nuzman bestreitet Stimmenkauf

Nach Medienberichten soll Nuzman zudem in der Schweiz in einem Safe 16 Kilogramm Gold gelagert haben. Er bestreitet, an einem Stimmenkauf beteiligt gewesen zu sein. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Ehrenmitglied Nuzman suspendiert. Auch das NOK wurde von der IOC-Exekutive vorübergehend suspendiert.

Nuzman wurde zudem aus der Koordinierungs-Kommission für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ausgeschlossen. Er war eines der Gesichter von Olympia in Rio. Bei der Eröffnungsfeier im Maracanã-Stadion hielt er im August 2016 eine bewegende Rede und betonte sichtlich gerührt, dass man es trotz aller Widrigkeiten geschafft habe, diese Spiele zu organisieren. 

Von dpa

Zur Startseite >

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG