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Im Krieg zerstört: Erstes Römermuseum in Haltern wurde vor 110 Jahren eröffnet

HALTERN1899 begannen in Haltern systematische Grabungen nach Überresten aus der Römerzeit. Ab dem 12. August 1907, einem Sonntag vor 110 Jahren, wurden die Funde zur Schau gestellt: Der Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern eröffnete auf dem heutigen Kärntner Platz ein Museum im Stil einer römischen Villa.

Erstes Römermuseum in Haltern wurde vor 110 Jahren eröffnet
Bis zur Errichtung des Römermuseums 1993 hatte Haltern ein Römisch-Germanisches Museum mit Funden aus der deutschen Frühgeschichte. Hier ein Foto von der Eröffnung im August 1907 mit Vertretern der gesamten deutschen Gelehrtenschaft. Die Damen der Gesllschaft saßen diskret im Hintergrund (rechts)

Zuvor wurden die Funde ab 1990 in der damaligen Rektoratsschule am Alten Markt gezeigt. Nach zwei Jahren Bauzeit eröffnete der Bauherr, der Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern, vor 110 Jahren das Museum. Zu den Baukosten von insgesamt 25 000 Mark trug eine Spende Kaiser Wilhelms II nicht unwesentlich bei.

Halterner sind stolz auf die römische Vergangenheit der Stadt

Die Exponate wurden in vier Abteilungen (römisch, vorgeschichtlich, erdkundlich und heimatkundlich) ausgestellt. „Dieses Museum galt als nationaler Erinnerungsort. Denn die deutsche Öffentlichkeit war begeistert von den Forschungen in Haltern“, erinnert Dr. Ralf Grüßinger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Museen zu Berlin und vor Jahren Referent am heutigen LWL-Römermuseum Haltern.

Das Museum spiegelte den Stolz der Halterner auf ihre römische Vergangenheit wider. Der Halterner Anzeiger triumphierte zur Eröffnung: „Haltern ist wieder römisch geworden!“

Wertvolle Stücke gingen im Krieg verloren

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 9. März 1945, wurde das Museum bei einem Luftangriff auf Haltern getroffen und zerstört. Die Exponate waren zwar vorsorglich ausgelagert worden, aber in den Wirren nach Kriegsende gingen dennoch wertvolle Stücke verloren.

1954 konnten gerettete Exponate zunächst in der alten Post ausgestellt werden, dann wurden sie 1958 für einige Monate in einer Schule zwischengelagert und schließlich in dem ehemaligen Wohnhaus Dr. Alexander Conrads, eines leidenschaftlichen Hobby-Archäologen, ausgestellt. 1965 erfolgte ein weiterer Umzug in ein städtisches Haus neben dem Alten Rathaus.

Neubau unter neuer Trägerschaft

Der Altertumsverein ließ von seinem Wunsch, in Haltern wieder ein Römermuseum zu bauen, nie ab. Am Ende langer Diskussionen um die Finanzierung und Planungen stand der Neubau eines Museums in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe fest. Seit der Eröffnung 1993 an der Weseler Straße wird es von Dr. Rudolf Aßkamp geleitet.

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