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Hobbyfotograf: Halterner macht spektakuläre Landschaftsfotos

HALTERNEr ist immer auf der Suche nach dem perfekten Motiv: Jan Pusdrowski aus Hullern fotografiert Landschaften – und das mit faszinierenden Ergebnissen. Für seine Bilder reist er an entfernte Orte und nimmt oft tagelange Aufenthalte in entlegenen Landschaften in Kauf.

Halterner macht spektakuläre Landschaftsfotos
Das Walzenwehr am Halterner Stausee mit nächtlicher Beleuchtung Foto: Jan Pusdrowski

Schottland, die Lofoten, die Alpen und zuletzt Kenia waren einige Stationen seiner fotografischen Reisen. Weitere werden folgen. „Mir geht es nicht nur um das perfekte Bild, mir ist auch das direkte Naturerlebnis wichtig“, sagt Pusdrowski, der sich selbst als semiprofessioneller Hobbyfotograf bezeichnet. Das klingt, wenn man seine Fotos betrachtet, teilweise wie eine ziemliche Untertreibung.

Aufgewachsen ist Jan Pusdrowski in Hullern, wo er auch heute noch lebt. Er absolvierte dort die Grundschule, besuchte die Halterner Realschule und machte in Recklinghausen sein Abitur. Zurzeit ist er dabei, sein Studium der Sozialwissenschaften mit dem Masterexamen abzuschließen.

Reiselust der Eltern hat angesteckt

Was fasziniert ihn an der Natur und ungewöhnlichen Landschaften? „Den Grundstein dazu haben meine reiselustigen Eltern gelegt“, sagt Jan Pusdrowski. Schon in seiner Kindheit war er mit ihnen an den schönsten Orten Europas unterwegs, besuchte Skandinavien oder Frankreich – und nahm irgendwann auch selbst eine Kamera in die Hand. So entwickelte sich seine Liebe zur Natur, deren Faszination er seitdem einzufangen versucht.

Fotografieren ist für mich eine Möglichkeit, die Naturlebnisse festzuhalten“, sagt er. 2009 kaufte Jan Pusdrowski seine erste Spiegelreflexkamera, eine Sigma SD 14, heute fotografiert er mit einer Nikon D800 mit Vollformatsensor und hat meistens drei Objektive dabei.

10 Bilder
Bilder des Hullerner Fotografen Jan Pusdrowski

Mit der Kamera wiegt sein Gepäck um die 30 Kilo, ein Gewicht, das Jan Pusdrowski schon auf zahllose Berge und in weite Flusstäler geschleppt hat. „Natürlich fluche ich manchmal bei den Aufstiegen auf einen Berg oder auf einer langen Tour durch dichten Wald“, sagt er. „Aber der Moment am Ziel, wenn dann noch das gewünschte Bild gelingt, entschädigt für vieles.“

Jan Pusdrowskis Fotoreisen werden vorher akribisch geplant. Die Tour wird mithilfe von Google Earth zusammengestellt. „Zusätzlich berücksichtige ich Wettervorhersagen, Sonnenstände und auch die Jahreszeiten.“ Vor Ort geht es dann meist mit dem Zelt raus in die freie Natur. „Manchmal bin ich allein unterwegs, manchmal mit anderen befreundeten Fotografen, manchmal auch mit meiner Freundin“, sagt Jan Pusdrowski.

Schwerpunkt in den Alpen

Gelegentlich wird so ein Fototrip aber auch zur Herausforderung: „Wenn es tagelang regnet, alle Klamotten nass oder klamm sind, dann kommt man irgendwann an seine Grenzen – physisch und auch psychisch“, sagt er.
Die Alpen bilden einen besonderen Schwerpunkt seiner bisherigen Arbeit.

„Dort suche ich aber inzwischen nach besonderen Herausforderungen. Dasselbe Motiv zum dritten Mal zu fotografieren, bringt ja nichts.“ Um die besondere Lichtsituation einzufangen, belichtet Jan Pusdrowski seine Aufnahmen meist mehrfach. Am heimischen PC werden die Versionen übereinanderlegt, so entsteht eine größere Lichttiefe. „Ansonsten bearbeite ich die Bilder aber so wenig wie möglich“, sagt er.

Respekt vor den Landschaften

"Mein Ziel ist es, nicht einfach nur ein Bild zu produzieren, sondern jeden Moment in der Natur versuche ich zu genießen“, sagt Jan Pusdrowski. Die Bilder spiegeln seine Liebe zur Natur wider, verdeutlichen seinen großen Respekt, den er den beeindruckenden Landschaften entgegenbringt.

Waren es bisher vorrangig Landschaften und Architekturmotive, die Jan Pusdrowski fotografiert hat, erweitert sich jetzt seine Sichtwiese. Seine letzte Reise führte ihn nach Kenia, hier ergänzen bereits Tiermotive seine Auswahl. Im Herbst geht es für drei Monate nach Südostasien. Zum Abschluss ihres Studiums wollen sich Jan Pusdrowski und seine Freundin diese Auszeit gönnen. „Ich denke, dass dort vielleicht auch Menschen stärker in den Fokus meiner Bilder rücken werden“, blickt er voraus.

Große Konkurrenz in der Branche

Jan Pusdrowski finanziert seine Reisen selbst, zum Teil mit Jobs auf Festivals. Seine Bilder bietet er außerdem zum Erwerb an. Auf seiner Internetseite können sie direkt bestellt werden. „Die Einkünfte sind aber natürlich schwankend“, sagt er. „Mein Traum wäre es, wenn sich das Hobby eines Tages selbst finanzieren würde. Das hauptberuflich zu machen, ist bei der großen Konkurrenz zu unsicher“. Zusammen mit seinem befreundeten Halterner Fotografenkollegen Nikolas Alexander Otto, bietet er auch Workshops an.

Aber nicht nur in fernen Gefilden ist Jan Pusdrowski unterwegs. Motive aus der Umgebung von Haltern haben es ihm ebenfalls angetan. Die würde er gern in Zukunft für einen Kalender zusammenstellen. 

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