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Neues Stück: Laienspielschar probt zum ersten Mal mit Kindern

NIENBERGE Ein plattdeutsches Theaterstück mit Kindern als Schauspielern: Wie kann das funktionieren? Die Laienspielschar probiert es zurzeit aus - und die jungen Schauspieler sind motiviert. Dass sie auf der Bühne Plattdeutsch sprechen müssen, sehen sie ganz locker.

  • Marit Klein, Lea Menke, Felix Ketteler-Eising und Regisseurin Cäcilia Bothe bei der Gummitwist- Probe.

    Marit Klein, Lea Menke, Felix Ketteler-Eising und Regisseurin Cäcilia Bothe bei der Gummitwist- Probe. Foto: Lingemann

In der Fastenzeit wird in Nienberge Plattdeutsches Theater aufgeführt – und zwar „seit Menschengedenken“, wie Cäcilia Bothe lächelnd verrät. Das erste Mal 1902. Sie selber ist seit 35 Jahren bei der Laienspielschar des Männerchores „Cäcilia“ dabei. Seit rund sechs Jahren führt sie auch Regie – und leitet erfahren und routiniert die Aufführungen.

Mit dem diesjährigen Stück „Landlaipers of Adam und Eva“ betreten die Schauspieler dennoch in mehrfacher Hinsicht Neuland. Zum ersten Mal spielen auch Kinder mit: Von den 15 Darstellern sind vier zwischen zehn und 13 Jahren alt. Marit Klein, Lea Menke, Felix Ketteler-Eising und Benedikt Oskamp schnuppern zum ersten Mal „plattdeutsche Theaterluft“.
 
Wie eine Fremdsprache
 
„Das Theaterspielen macht allen Spaß“, sagt Cäcilia Bothe. „Und jetzt müssen sie sogar noch in einer Fremdsprache spielen!“ Die frühere tägliche Umgangssprache Plattdeutsch ist mittlerweile vom Hochdeutsch abgelöst worden, aber Benedikts Cousine verrät: „Wenn Oma da ist, sprechen wir immer Platt!“
 
Überhaupt: Die Großeltern und auch Onkel und Tanten, die teilweise seit Jahren über Nienberger Bühnenerfahrung verfügen, haben die jungen Darsteller sehr motiviert.

Rollenbesetzung ohne Casting

„Ein Casting brauchten wir nicht zu machen, die Kinder kommen alle aus dem Umfeld der Spieler“, sagt Cäcilia Bothe. Nun müssten sie fleißig ihre Rollen lernen – und Gummitwist! Das spielen die Kinder nämlich, als die „Landlaipers Adam und Eva“ (ein Landstreicher-Paar) auf den Hof kommen.
 
Dieses Paar ist aber nicht, wie in den Theaterstücken zumeist, „erdichtet“, sondern – und das ist das Besondere – es hat sie wirklich gegeben. 1855 wurde Anton Micheel in Pixel bei Herzebrock und Maria Theresia Josepha Rickers in Münster geboren. Durch Schicksalsschläge aus der Bahn geworfen, verbrachten sie ihr Leben auf der Straße und trugen, was sie besaßen, bei sich.

Aus dem bürgerlichen Paradies geworfen, gab ihnen der Volksmund die Namen „Adam und Eva“. Hans Schwartze schrieb über sie ein Theaterstück, das am 15. Februar im Hotel Zur Post Premiere haben wird – und in dem es mit Sicherheit vergnüglicher zugehen wird, als in dem entbehrungsreichen Leben der beiden Originale.

Das Theaterstück „Landlaipers of Adam und Eva“ feiert am 15. Februar (Freitag) Premiere. Beginn ist um 19.30 Uhr im Hotel Zur Post. Gespielt wird an den fünf darauf folgenden Wochenenden freitags und samstags (jeweils um 19.30 Uhr) sowie sonntags um 16 Uhr.

Autor
Annegret Lingemann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    16. Januar 2013, 17:40 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Februar 2013, 17:49 Uhr
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